Phnom Penh 1

heute wollte ich eientlich einen Gammeltag einlegen, zumal ganztägig Regen angesagt war, als ich aufstehe scheint allerdings die Sonne und so besuche ich noch vor dem Frühstück den Königspalast, das ist schonmal ziemlich beeindruckend. Riesengroß, ganz viel Gold und Silber, unzählige Buddha-Statuen und auf dem Gelände die Siberpagode, voller Silber, Gold und Juwelen. Merkwürdigerweise haben die ärmsten Länder meist die prunkvollsten Repräsentanten.

Ich frühstücke dann ein mächtiges Omelett und widerstehe dem Drang, mich sofort wieder hinzulegen. Stattdessen miete ich mir ein Fahrrad und fahre, nachdem ich eine Weile am Mekong-Ufer langgeradelt bin, zum Tuol Sleng Museum. Das wollte ich eigentlich mit einem Besuch von Choeung Ek, dem bekanntesten der Killing Fields, als gebuchte Tour verbinden, aber es passt jetzt gerade. Tuol Sleng ist eine ehemalige Schule, die von den Roten Khmer nach der Machtergreifung in ein Gefängnis und Folterzentrum umgewandelt wurde. Überlebt haben Tuol Sleng von geschätzt mindestens 14.000 Insassen genau 7. Die Verbrechen von Pol Pot und seinen Schergen sind hinreichend bekannt, ich bin diesbezüglich auch hart im Nehmen, habe z.B. in Vietnam oder in Hiroshima einiges gesehen, aber Tuol Sleng dreht mir den Magen um. Der sehr gute deutsche Audioguide führt mich durch die Anlage und gibt Infos zu den Räumen, den zahlreichen Fotos und sonstigen Dokumenten und erläutert anhand von Einzelschicksalen die Vorgänge in dem Gefängnis. 

Die Tour dauert etwa zwei Stunden und danach brauche ich erstmal eine Pause. Ein Besuch des Museums ist unbedingt zu empfehlen, auch wenn ein Großteil der Infos schwer zu ertragen ist. Mir fällt nichts besseres ein, als die Bilder mittels viel Bier aus meinem Kopf zu vertreiben, sicher keine angemessene Methode, aber sie funktioniert wenigstens halbwegs. Am Nachmittag besuche ich dann noch das Nationalmuseum, was ich mir aber auch hätte sparen können. Zum einen weil das nach Toul Sleng wenig beeindruckt, vor allem aber weil es wenig zu sehen gibt, was nicht im Museum in Siem Reap besser dargestellt wäre.

Am Abend esse ich das zweite kambodschanische Nationalgericht, Amok genannt. Trotz den Namens ein eher harmloses, aber sehr leckeres Gericht, ich wähle die Variante mit Fisch. Während des Essens plane ich die nächsten Tage: gestern hatte ich im Hotel einen älteren Holländer kennengelernt, der in Phnom Penh lebt und der hatte mir Kep empfohlen, eine kleine Küstenstadt im Südwesten. Was ich darüber lese gefällt mir, also buche ich die Fahrt mit einem Minibus und vor Ort einen kleinen Bungalow, übermorgen früh geht es los.

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