Hua Hin – Bangkok – Paris – Berlin

Um die Sache zu einem Abschluss zu bringen, liefere ich den Rest der Reise noch nach: 3 Tage Hua Hin reichen vollkommen aus, ich checke aus und fahre mit dem Bus die gleiche Strecke zurück nach Bangkok. Ich denke mir, es sei eine gute Idee, mir für die letzte Nacht ein Hotel möglichst nahe beim Flughafen zu suchen, wie sich zeigen wird ist das nicht so schlau. Der Plan ist, nach der Ankunft in Bangkok irgendwann am Nachmittag meinen Rucksack in ein Schliessfach zu legen und noch ein paar gemütliche Stunden zu verbringen, evtl. nochmal bei Madam Musur was zu essen und dann am Abend ins Hotel zu fahren. Der Plan wird an der Tatsache scheitern, dass ich schlicht kein freies Schliessfach finde. Aber erstmal bin ich nach der anstrengenden Fahrt im vollgestopften Minivan reichlich genervt, habe Hunger und schwitze wie ein Schwein.

Der Fahrer schmeisst uns irgendwo ziemlich weit im Westen raus, ich steige in einen Linienbus, der kreuz und quer und vor und zurück fährt, steige nach einer guten halben Stunde am Siam Square aus und stelle fest, das dort sämtliche Schliessfächer belegt sind. Also fahre ich doch zuerst ins Hotel, was nochmal eine gute Stunde dauert. Das Floral Shire entpuppt sich als eine ziemliche Absteige, das Zimmer selbst ist ok, aber der Rest und vor allem die Lage sind unter aller Sau. Immerhin haben sie einen kostenlosen Shuttle-Service, der mich am Morgen zum Flughafen fährt.

Den letzten Abend in diesem Hotel zu verbringen ist keine Option, also fahre ich die ganze Strecke nochmal zurück, mittlerweile wird es schon langsam dunkel. Ich habe keine Lust mehr, nochmal durch die ganze Stadt zu Madam Musur zu fahren, also bleibe ich in der Gegend um den Siam Square, esse in einem japanischen Restaurant Tokiyaki und laufe ziemlich uninspiriert durch MBK ohne was zu kaufen. Irgendwann sehe ich ein, dass der Tag gelaufen ist, fahre zurück ins Hotel, bewaffne mich unterwegs mit ein paar Bier und Snacks und verbringe den Rest des Abends im Zimmer. Ich sehe, dass ich eine Mail von AirFrance bekommen habe. Der Abflug morgen verzögert sich um ca. eine Stunde. Das bedeutet, dass es mit dem Anschlussflug in Paris knapp wird, ich muss mir darüber aber keine Sorgen machen, da dieser Flug gleich komplett gestrichen ist und ich auf einen Flug am kommenden Morgen eingebucht wurde. Toll, eine weitere Nacht in Paris auf Kosten von AirFrance.

Ich schreibe eine Mail an den Kundendienst, wie in einem solchen Fall verfahren wird, ob ich mir selbst eine Unterkunft in Paris suchen muss, oder ob sich die Airline darum kümmert und bekomme eine knappe und ziemlich unverschämte Antwort, die in etwa besagt, dass sie mir da nicht helfen können und ich in Paris am Schalter fragen soll. Toller Service. Also auf zum letzten Kapitel. Das Frühstück im Hotel ist ungeniessbar, gegen 10:00h werde ich mit ein paar weiteren Gästen zum Flughafen gefahren. Eingecheckt habe ich bereits online, Gepäck zum Aufgeben habe ich nicht, also warten. Der Flug ist dann recht entspannt, dauert aber, laut Pilot wegen starkem Gegenwind, eine knappe Stunde länger als geplant, so dass es ca. 20:00h ist, bis ich endlich aussteigen kann.

Zusammen mit geschätzt 30 weiteren Passagieren stehe ich dann ich der Schlange vor einem AirFrance-Schalter und warte darauf, dass mir jemand sagt, wo ich die Nacht verbringen werde. Am Schalter sitzen drei Leute, irgendwann steht eine der Angestellten auf, schaltet Ihren Rechner aus und macht Feierabend. Es bleiben also noch zwei arme Leute, die sich um die Gestrandeten kümmern müssen, die alle einen 14stündigen Flug hinter sich haben und dementsprechend gelaunt sind. Es dauert eine halbe Stunde bis ich an der Reihe bin. Immerhin ist die Dame hinterm Tresen sehr freundlich und bemüht sich, mich noch irgendwo unterzubringen. Die Hotels direkt beim Flughafengelände sind (angeblich) alle voll, so werde ich in ein Ibis-Hotel einquartiert, der Weg dahin sei einfach: ich müsse nur eine unbestimmte Dauer durch den Flughafen laufen, dann irgendwo die Treppen hoch und auf den schwarzen Bus warten. Alles ganz einfach.

Auf der Suche tue ich mich mit Bill, einem Iren, der in der gleichen Maschine war, zusammen und wir fragen uns durch. Wir marschieren gefühlt eine Ewigkeit durch leere Gänge, erhalten widersprüchliche Angaben, jenachdem wen wir fragen und finden irgendwann die Bushaltestelle. Dort müssen wir nochmal warten, bis der richtige Bus kommt, der dann eine knappe halbe Stunde durch die Gegend fährt und gegen 21:30h am Hotel ankommt. Nachdem wir eingecheckt haben, teilt man uns mit, dass die Küche nur bis 22h geöffnet habe. Wir dürfen dann noch die Reste des (vor drei Stunden wahrscheinlich sehr guten) Buffets vernichten. Unser Essensgutschein beinhaltet genau ein nicht-alkoholisches Getränk und Bill macht den Fehler, sich ein Bier zu bestellen. Er zahlt dann 7,80€ für 0,3l. Das schon geplante Frustsaufen an der Bar fällt somit aus.

Glücklicherweise läuft dann am nächsten Tag alles rund und ich werde in Tegel überraschenderweise von Carsten mit einer Pulle Sekt empfangen. Um 8:30h.

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