RIP Lemmy!

Wenn der Tod eines 70jährigen Rockers sämtlichen Online-Nachrichtenportalen und allen respektablen Tageszeitungen und Nachrichtensendungen eine Meldung wert ist, muss es sich ohne Zweifel um eine außergewöhnliche Person handeln.

Am 28.12., vier Tage nach seinem 70. Geburtstag, verstarb Ian Fraser ‚Lemmy‘ Kilmister an einer Krebserkrankung, die nur zwei Tage vorher diagnostiziert wurde. Die Umstände seines Todes, sein Leben, seine Musik und sein legendärer Zigaretten-, Jack&Coke- und Amphetaminkonsum sind allgemein bekannt, hier kommt mein persönlicher Nachruf:

Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann genau ich zum ersten Mal einen Motörhead-Song gehört habe, es ist aber SEHR lange her: im zarten Alter von 11 Jahren entdeckte ich mit Iron Maiden die NWoBHM und damit war ich angefixt. Seitdem kann ich keinen Popsong mehr hören, ohne einen leichten (oder akuten) Brechreiz zu verspüren. Schon bald waren mir Maiden zu lasch und die nie endende Suche nach härterem Stoff begann. Wohlgemerkt, zu dieser Zeit waren Metallica bestenfalls eine Garagenband, die Diamond Head coverte und Slayer versuchten sich an Judas Priest – Songs.

Und so landete jeder, der 1980/81 neue Härtegrade suchte, zwangsläufig irgendwann bei Motörhead. Wie gesagt, ich weiss nicht mehr wann und wie, aber irgendwann hatte ich ein Tape des „No Sleep til Hammersmith“ – Albums in meinen Händen und das war der heisse Scheiss! Ich kann mich noch erinnern, wie ich im Plattenladen das Cover bewunderte: ein unscharfes Foto, drei kaum erkennbare Typen, darüber der Bomber und im Vordergrund die Köpfe der Meute und ein paar ausgestreckte Hände mit dem Stinkefinger.

Klingt heute vielleicht lächerlich, aber in prä-Internet- und sogar prä-Metal Hammer-Zeiten (und auf einen 12jährigen Volker) strahlte die Band, über die ich nichts wusste, etwas Geheimnisvolles und vor allem Gefährliches aus. Außerdem war es auch damals schon cool, in der Schule vor seinen Kumpels mit einer neuen, noch härteren Band anzugeben.

Ein paar Jahre später war ich regelmäßiger Metal Hammer- und RockHard-Leser und hatte mir den kompletten Motörhead-Backkatalog sowie eine VokuHila-Matte zugelegt. Die Suche nach mehr Härte hatte mittlerweile (mit fleissiger Hilfe meines Bruders) neben Metallica, Slayer, etc. auch Discharge, GBH, the Exploited usw. zu Tage gefördert. Neben diesen Bands hatte Motörhead härtetechnisch natürlich keine Chance, aber im Gegensatz zu den bald als Poser abgekanzelten Weicheiern wie Van Halen, Mötley Crüe, Priest (zu ‚Turbo‘-Zeiten) etc., war es immer noch cool, Lemmy zu hören!

Der hatte der Band mittlerweile eine Frischzellenkur verpasst und brachte 1986 mit Phil Campbell, Würzel und Pete Gill den Klassiker ‚Orgasmatron‘ raus. Der Titelsong, Lemmys Abrechnung mit Religion, Politik und Krieg, die er als die „drei größten Übel der Menschheit“ bezeichnete, wurde zu meiner Hymne und war maßgeblich an meiner Entscheidung beteiligt, mit 18 Jahren aus der Kirche auszutreten.
Im Gegensatz zu den damals oft mehr als albernen Texten der meisten Metal-Bands (Manowar…) hatte Lemmy nämlich schon immer was zu sagen. Herrlich konträr zu seinem Image war Mr. Motörhead ein sehr gebildeter, höflicher und überaus intelligenter Zeitgenosse.

Trotz seiner zahllosen Affären hat übrigens noch nie jemand davon gehört, dass Lemmy eine Frau schlecht behandelt hätte, im Gegenteil sprechen sämtliche Damen, die seinen Weg ‚gekreuzt‘ haben, in den höchsten Tönen von Mr. Kilmister und bezeichnen ihn als wahren Gentleman.

Im Laufe der 90er etablierte sich dann das finale Motörhead-Lineup mit Phil Campbell und Mikkey Dee. In dieser Besetzung nahm die Band ein großartiges Album nach dem Anderen auf und langsam aber sicher zementierte sich Lemmys Ruf als ‚Elder Statesman‘ des Rock’n’Roll, dem von der kompletten Rock-Szene großer Respekt entgegengebracht wurde. Mehr als verdient!

Mein Musikgeschmack hat sich über die Jahre natürlich verändert und vor allem erweitert, das eine oder andere Motörhead-Album wurde aber zu allen Zeiten immer mal wieder aufgelegt. Allerdings: obwohl die Band fast jedes Jahr in Deutschland tourte, habe ich es bis im letzten Jahr nie geschafft, Motörhead mal live zu sehen. 2014 in Wacken hat es dann endlich geklappt und ich bin jetzt heilfroh, dass ich Lemmy (den damals gerade wiedervereinigten) Carcass vorgezogen habe.

Ich hatte auch überlegt, mir das Konzert im Dezember 2015 in Berlin anzuschauen, habe mich dann aber wegen der für mich völlig uninteressanten Vorbands dagegen entschieden. Hätte ich gewusst, dass das Lemmys allerletztes Konzert überhaupt werden würde, hätte ich mich mit Freuden bei Saxon gelangweilt, so durfte ich immerhin einmal in Wacken die legendären Worte hören:

‚We are Motörhead and we play Rock’n’Roll!‘

Kreta und die weiteren Pläne

Nachdem ich letztes Wochenende erfahren habe, dass zumindest eine Person dies hier regelmäßig liest (Hallo Katja!), gibt es heute mal ein Update.

Ich werde dieses Jahr auf eine größere Reise im Herbst verzichten, zum einen weil ich nicht mehr genügend Urlaub habe um drei volle Wochen unterwegs zu sein, zum anderen auch um Geld zu sparen (mein Motorrad und meine Zähne haben ein unangenehmes Loch in meinem Konto verursacht).

So ganz ohne geht es aber auch nicht und da hat sich kürzlich eine gute Gelegenheit ergeben: mein alter Freund und ex-Bandkollege aus Pirmasenser Zeiten DJ (der kein DJ ist, aber US-Staatsbürger und Donald John heißt), lebt seit einiger Zeit auf Kreta und hatte nichts dagegen, dass ich mich gleich eingeladen habe. Ich kann bei ihm unterkommen, das wird also eine Low Budget – Reise. Ich werde vom 02. bis 09. September dort sein und habe bereits bei EasyJet einen günstigen Flug gebucht und mir beim ADAC ein Auto gemietet. DJ wohnt in Stalida, das ist ein kleiner Ort zwischen Heraklion und Agios Nikolaos, was ein idealer Stützpunkt für mich ist: bei meinem letzten Kreta-Aufenthalt vor drei Jahren habe ich nämlich in Rethymnon gewohnt und mich deswegen auf den Westteil der Insel beschränkt, also ist jetzt der Osten dran.

Das Timing ist gut, denn DJ hat mir berichtet, dass er zu Ende September seine Zelte abbricht und nach Orlando zieht,  wo er irgendeinen guten Job aufgetan hat. Was doppelt praktisch ist, da ich so nicht nur jetzt nach Kreta komme, sondern für die Zukunft auch eine Anlaufstelle in Florida habe.

Was mich zu den Plänen für 2016 bringt: Ich würde total gerne endlich mal eine USA-Reise machen, in San Francisco starten (da kenn ich nämlich auch jemanden) und dann halt die übliche Tour mit Las Vegas, Death Valley, Grand Canyon, Yosemite NP, Monument Valley, usw. Das Problem dabei ist, dass eine solche Reise extrem teuer ist wenn ich sie alleine mache und ich habe bisher niemanden gefunden, der/die mitmachen würde, bzw. ich auch mitnehmen möchte. Interessenten bitte melden.

Das zweite ‚Problem‘ ist, dass mich zwei gute Freunde gefragt haben, ob ich im Mai mit ihnen drei Wochen nach Costa Rica reisen will und da hätte ich auch richtig Lust drauf. Beides geht urlaubstechnisch und finanziell leider nicht, ich muss mich also irgendwann entscheiden. Ich werde es davon abhängig machen, ob ich einen Reisepartner für USA finde.

 

Rest in Peace, Lei Jun!

Ich hab es heute erst erfahren, bereits am 06. Mai ist Lei Jun, der Sänger der legendären Pekinger Skinhead-Band MiSanDao im Alter von nur 40 Jahren an einem Herzinfarkt verstorben. Ich durfte Lei Jun während meines Peking-Aufenthalts im letzten Jahr kennenlernen, als ich sein Restaurant ‚Noodle Inn‘ besuchte.

Ich kann mich noch genau an unsere erste Begegnung erinnern: Lei Jun betrat seinen Laden während ich noch am Essen war, zeigte auf mein Eyehategod-T-Shirt, grinste breit und stellte mir ungefragt erstmal ein Bier vor die Nase, bevor er mich ansprach.  Ich habe dann drei Abende mit ihm in seinem Restaurant verbracht, während derer er mich mit ausgezeichnetem Essen und unzähligen Bieren versorgte und wir jedes Mal bis spät in die Nacht über Punkrock, China und den Rest der Welt philosophierten.

Lei Jun erzählte mir, er habe die Band kürzlich verlassen, um sich auf sein Restaurant zu konzentrieren, welches schon zum Zeitpunkt meines Besuches mehr als nur ein Geheimtip war. Für diesen Sommer hatte er mit seiner Frau eine Europa-Reise geplant, um ihr einige der vielen Städte zu zeigen, in denen er mit MiSanDao gespielt hatte.

Ich hätte mich sehr gefreut, ihn hier in Berlin zu begrüßen und ihm ein Stück der Gastfreundlichkeit zurückzugeben, die er mir entgegengebracht hat. Und mich für die zahllosen Biere, die er mir ausgegeben hat, zu revanchieren. Ich werde jetzt eine Menge davon auf sein Wohl trinken!

 

ITB 2015

Ich komme gerade von der diesjährigen ITB zurück und ausser jeder Menge Fernweh habe ich mir ca. 5kg an Informationsmaterial mitgebracht. Zuerst mal alles Mögliche für meine Ukraine/Russland-Reise und ich merke, dass ich ein Problem habe: Es gibt überall so viel zu sehen, dass ich gar nicht weiss, wo ich anfangen soll. Es war ja schon vorher klar, dass die Zeit mal wieder viel zu kurz sein wird, aber diesmal erschlägt mich das Angebot dermassen, dass ich wirklich selektiv vorgehen muss. In Moskau gibt es bestimmt 100 Museen, von denen geschätzt ein Viertel für mich interessant ist, dazu Tonnen von Sehenswürdigkeiten. In St. Petersburg sieht es nicht anders aus und, was ich nicht dachte, Kiew steht dem in nichts nach.

Ich habe mir also Wunschlisten erstellt und bin gerade dabei, diese rigoros zusammenzustreichen. Ich will ja nicht nur von einem Termin zum nächsten rennen, sondern auch mal rumgammeln, mich irgendwo hinsetzen und Leute beobachten, abends die lokalen Alkoholika ausprobieren und dann ausschlafen usw.

Für den Herbst bin ich immerhin schon so weit, dass ich mir Kuba abgeschminkt habe, das ist als Backpacker zu teuer. Ich denke über Japan nach, das hatte ich letztes Jahr schonmal durchgerechnet und entgegen der landläufigen Meinung ist das Land relativ günstig zu bereisen. Der Plan wäre, zu Beginn und zum Ende der Reise insgesamt eine Woche in Tokyo zu verbringen und dazwischen zwei Wochen mit einem Railpass rumzufahren.

Sollte auch das mein Budget überschreiten, wird es wieder Südostasien, Kambodscha, Laos oder Malaysia stehen auf meiner Liste ganz oben. Hätte ich doch nur mehr Zeit zum Reisen, verdammt aber auch!

Urlaubspläne 2015

Auch in 2015 werde ich wieder zwei Reisen unternehmen, wie üblich eine im Frühjahr und eine im Herbst. Für Herbst habe ich ein paar Ideen, Kuba oder Japan sind Wunschziele, da ich aber letztes Jahr ziemlich viel Geld ausgegeben habe, wird es diesmal wahrscheinlich was Günstigeres. Kambodscha und/oder Laos sind Optionen, aber das werde ich im Laufe des Sommers entscheiden. Abhängig von meinem Kontostand.

Im Frühjahr wollte ich ursprünglich wieder wandern gehen, ich habe aber was besseres gefunden: Ich habe hier eine 2-Tages-Tour nach Tschernobyl gebucht! Als Kind der 80er habe ich die Reaktorkatastrophe damals bewusst miterlebt, seitdem unzählige Dokus und Berichte darüber gesehen und gelesen und habe schon ewig davon geträumt, mir das alles vor Ort anzuschauen. Der Anbieter scheint seriös, zumindest habe ich nur positive Berichte gefunden und der Preis von 280,-€ erscheint mir auch moderat.

Starten wird der Trip in Kiew und wenn ich dann schonmal in der ehemaligen Sowjetunion bin, kann ich noch zwei weitere Städte mitnehmen, die ich gerne besuchen möchte, nämlich Moskau und St. Petersburg. Die benötigten Flüge sind extrem billig, der Plan ist Berlin-Kiew, Kiew-Moskau, Moskau-St. Petersburg und St. Petersburg-Berlin, was mich insgesamt zum jetzigen Stand gerade mal ca. 250,-€ kosten wird.

Für die Ukraine besteht zwar eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, diese betrifft aber nur die Krim und den Südwesten des Landes. Ich werde mich lediglich im Norden aufhalten, deswegen besteht da keine Gefahr. Sollte sich bis zum Mai diesbezüglich was ändern, werde ich die Reise absagen bzw. ändern, deswegen wird diesmal auch eine Rücktrittsversicherung nötig sein.

Für die Ukraine brauche ich kein Visum, für Russland schon, das stellt aber keine Hürde dar, im Gegensatz zu früheren Zeiten ist keine persönliche Einladung mehr nötig. Ich konnte keine exakten Infos zu dem Preis finden, er wird aber wohl zweistellig sein. Unterkunft und sonstige Aufwände sind in allen drei Städten sehr günstig (wenn man nicht gerade in Luxushotels absteigt), so dass ausser den Flügen und dem Tschernobyl-Trip nicht mehr allzu viele Kosten auf mich zukommen. Das Wetter im Mai ist ok, Durchschnittstemperaturen zwischen 10 und 15° und relativ wenig Regen.

Guter Plan!

Wacken 2014 – Samstag

Es zeigt sich, dass die Tatsache, dass der VIP-Campingbereich so weit weg ist, eine gute Sache ist, es ist nämlich angenehm ruhig und so schlafe ich ausgezeichnet und werde gegen 8:00h auch nur deswegen wach, weil ich gestern in meinem besoffenen Kopf die falsche Seite des Autos abgehangen habe und mir die Sonne genau ins Gesicht scheint. Der Kater hält sich aber in Grenzen und auch die Schlange vor den (unerwartet sauberen) Duschen ist kurz, also bin ich kurz darauf sauber und bereit für den Tag.

Um 11h gehts los, Arch Enemy auf der Hauptbühne, von denen ich aber nur den Anfang mitbekomme, da auf der kleineren Party Stage Prong spielen. Dort ist relativ wenig los, was die New Yorker nicht davon abhält, einen großartigen Gig hinzulegen. Tommy Victor, der bis auf seinen Bart noch genauso aussieht wie vor 20 Jahren, ist gut aufgelegt und wir bekommen einen Mix aus Klassikern und Songs des aktuellen Albums ‚Ruining Lives‘. Die zweite Gitarre fehlt bei den ‚Cleansing‘ – Songs schon, macht aber nichts, Band und Publikum haben Spass und bei ‚Snap your Fingers, Snap your Neck‘ gibts einen niedlichen Circlepit mit vielleicht 10 Teilnehmern.

Danach gehts gleich weiter mit Sodom, die ich ebenfalls noch nie gesehen hab. Sodom nüchtern geht nicht, deswegen kippe ich mir in kürzester Zeit vier Bier rein und habe das nötige Level. Der Einstieg mit ‚Agent Orange‘ wird leider durch den absolut grottigen Sound vermiest, es wird nach ein paar Songs aber besser. Die Setlist ist gut, ein schöner Mix aus Altem und Neuem, auf das unsägliche ‚Bombenhagel‘ wird zum Glück verzichtet. Tom führt mit sympathischem Ruhrpott-Charme durch das Set, bei ‚Ausgebombt‘ darf irgendein Nachwuchs-Gitarrist aus Australien mitzocken. Tom dankt dann noch dem lieben Gott (!) dafür, dass Lemmy wieder fit ist, lädt alle Zuhörer zum Mitsaufen an irgendeinem Stand ein und das wars.

Das Bier habe ich zu diesem Zeitpunkt längst wieder ausgeschwitzt und ich beschliesse, nach Emperor zurückzufahren. Ich würde ja gerne Kreator sehen, aber die fangen erst nach Mitternacht an und bis dahin interessiert mich nur noch Amon Amarth. Die sind ja sowieso jedes Jahr in Deutschland unterwegs, kann ich also jederzeit nachholen. Die Aussicht auf eine staufreie Heimreise und auf mein Bett ist zu groß.

Die letzte Aktion ist also der Emperor-Gig. Die Band existiert ja schon seit 2001 nicht mehr, hat seit 2005 sporadisch Gigs gespielt, monetäre Gründe mögen dabei eine Rolle spielen, ist mir aber egal. Dieses Jahr feiert man das 20jährige Jubiläum des Debüts ‚In the Nightside Eclipse‘ und tourt diverse Festivals in Europa mit dem original-Drummer (und verurteilten Mörder) Faust am Schlagzeug. Das komplette Album wird chronologisch durchgespielt und als Zugabe gibts ein paar Songs der ‚Wrath of the Tyrant‘ – EP von 1992.

Das Songmaterial ist unantastbar genial, es ist nicht zu fassen, dass die Musiker, damals gerade mal um die 18 Jahre alt, solche Kompositionen aus dem Ärmel geschüttelt haben. 20 Jahre später spielen sie das Zeug natürlich mal eben so locker aus dem Handgelenk, was nicht weniger beeindruckend ist und es stehen diverse Zuschauer bewegungslos mit offenem Mund da, das sind dann die Musiker im Publikum… Der einzige Kritikpunkt ist Faust, der hat nämlich einige Probleme mit den Doublebass-Parts, die sind doch teilweise etwas schief. Hätte er mal keine 10 Jahre im Knast gesessen.

Das tut dem Konzert aber keinen Abbruch, die Songs sind wie gesagt göttlich und nach dem Bathory-Cover ‚A Fine Day To Die‘ ist Schluss. Ich mache mich dann auch gleich auf den Weg, bin gegen 23:00h zuhause und kann frisch geduscht den Kreator-Gig auf Arte sehen. Die Essener legen das komplette Infield in Trümmer und es tut mir dann schon leid, dass ich das nicht vor Ort miterleben kann. Als ich später dann sauber im eigenen Bett liege, tut es mir nicht mehr so leid.

Wacken 2014 – Freitag

Die Anreise verläuft völlig problemlos: Ich fahre Donnerstag gegen 19:00h los und komme nach knapp drei Stunden Fahrt bei Evelyn in Hamburg an. Evelyn muss Freitag arbeiten, deswegen gehen wir nicht mehr aus, sondern setzen uns mit einer Flasche Wein auf Ihren Balkon und zeigen uns gegenseitig Urlaubsfotos.

Ich schlafe ausgezeichnet auf der Couch und mache mich um 9:30h auf den Weg. Auch heute komme ich ohne Stress durch und kann eine knappe Stunde danach einchecken. Der VIP-Camping-Bereich ist dieses Jahr ewig weit weg und ich muss eine gute halbe Stunde laufen bis ich auf dem Platz bin :-(

Als ich ankomme spielen Chtonic gerade die letzten Stücke und danach starten Skid Row. Langweilig. Ich habe also noch Zeit für ein paar Willkommensbiere bevor es mit Endstille das erste Brett gibt.

Endstille sind, naja, halt Endstille. Für zwei Songs kommt Mannevond von Koldbrann auf die Bühne, das ist jetzt keine große Überraschung, eher schon olle Grave Violator, mit dem das Sodom-Cover ‚Blasphemer‘ runtergeprügelt wird. Zum Schluss ‚Navigator‘ und das wars dann. Black Metal bei Sonnenschein funktioniert halt nicht so gut.

Um 17h gibts dann Heaven Shall Burn, obwohl ich für den ganzen Metalcore Kram 20 Jahre zu alt bin, gefallen mir die Thüringer ausgesprochen gut. Mit dem (zusammen mit Slayer) besten Sound des gesamten Festivals gesegnet, schafft die Band den ersten riesigen Circlepit. Respekt, bei bestimmt 35° in der Sonne!

Mir reichts danach auch und ich ziehe mich bis Motörhead zum Auto zurück. Es ist abartig heiss und ich schaffe es, mir trotz Sunblocker die Nase zu verbrennen. Rechtzeitig zu Lemmy ist das Infield dann gerammelt voll. Endlich schaffe ich es heute, Motörhead mal live zu sehen, ich hatte ja letztes Jahr die Befürchtung, dass es zu Ende geht, aber Lemmy ist der Gott des Rock’n’Roll und wird ewig leben!

Der Gig ist solide, Lemmy gut aufgelegt und das Publikum frisst ihm natürlich aus der Hand. Trotz des nur eine Stunde langen Auftritts gibt es ein relativ langes Schlagzeugsolo in der Mitte, sicher damit Lemmy sich etwas erholen kann, es sei ihm gegönnt. Zu ‚Killed by Death‘ kommt die abgetakelte Doro Pesch auf die Bühne (O-Ton der Typ neben mir: ‚der hat die mit Sicherheit schon gebumst!‘), mit der Zugabe ‚Overkill‘ verabschiedet sich die Band und bekommt minutenlange Standing Ovations. Nu hab ich sie gesehen, hoffentlich war das nicht das letzte Mal und Lemmy bleibt uns noch lange erhalten!

Mittlerweile wird es langsam dunkel und man macht sich für Slayer bereit. Ich habe die Band schon 6 oder 7 mal gesehen, zuletzt 2010 in Wacken. Dieser Gig war eine Enttäuschung, der Sound war unterirdisch, die Band gelangweilt und ich hatte sie danach abgeschrieben, dementsprechend wenig erwarte ich mir heute. Ich werde allerdings eines besseren belehrt, was heute geboten wird ist Weltklasse: Ein für ein Open Air großartiger Sound, abartig laut, aber trotzdem klar und eine überraschend Oldschool-lastige Setlist lassen das Konzert zu einem Triumphzug werden.
Wenig überraschend ist der Einstieg mit ‚Hell Awaits‘, danach gehts dann aber Schlag auf Schlag, ohne großartige Ansagen weiter: ‚The Antichrist‘, ‚Necrophiliac‘, ‚Mandatory Suicide‘, ‚War Ensemble‘, ‚Postmortem‘, ‚Captor of Sin‘, ‚Seasons in the Abyss‘, ‚Born of Fire‘, ‚Dead Skin Mask‘, ‚Raining Blood‘, ‚Black Magic‘, ‚South of Heaven‘. An neuerem Zeug werden zwischendurch lediglich ‚Hate Worldwide‘ und ‚Disciple‘ gespielt, letzter Song natürlich ‚Angel of Death‘ mit dem Jeff Hannemann Backdrop.
Es scheint, als habe der Einstieg von Gary Holt der Band eine Frischzellenkur verabreicht, ich revidiere jedenfalls meine Meinung und ziehe meinen Hut. Obwohl Kerry King echt beschissen aussieht.

Danach kann nichts mehr kommen, deswegen höre ich mir die ersten paar Songs von King Diamond in der VIP-Bar an, stelle fest, dass mir der Falsettgesang tierisch auf die Nerven geht und marschiere zum Auto. Gute Nacht!

Update Wacken

Gestern ist mein Wacken-Ticket angekommen, vielen Dank Bernie! Ich habe mir gleich beim ADAC ein Auto gemietet, diemal nicht die Mini-Kategorie, sondern einen fetten Kombi (IWMR). Kostet gerade mal 20,-€ mehr, als die kleinste Kategorie. Ich werde zwar ein Zelt mitnehmen, werde aber eher im Auto schlafen. Ich stehe zwar nicht bei dem ordinären Volk, sondern im Presse-Zeltbereich, da kann es aber erfahrungsgemäss auch recht laut werden und ausserdem wäre Wacken nicht Wacken, wenn es nicht mindestens einmal ordentlich regnen würde. 2012 war das gesamte Gelände eine einzige Schlammwüste. Da liege ich doch lieber im Auto.

Matti kümmert sich um Maggie während ich weg bin. Das Auto hole ich Donnerstag abend ab, ich weiss aber noch nicht, ob ich dann gleich fahre, oder ob ich bis Freitag früh warte. Da ich Maggie erst gegen 21:00h abliefern kann würde ich es sowieso nicht mehr schaffen, rechtzeitig zu Accept dort zu sein, also werde ich wohl eher erst Freitag losfahren. Mal sehen wie fit ich Donnerstag abend bin.

Wacken 2014

Unerwarteterweise tut sich mir evtl. die Möglichkeit auf, dieses Jahr nochmal nach Wacken zu fahren! Letzten Samstag hab ich bei Sarahs und Andres Hochzeitsfeier Bernie Schick kennengelernt. Bernie ist bei dem Festival- und Tourveranstalter FKP Scorpio für das Booking der Bands verantwortlich und er kennt die Wacken-Leute. Ich zwar auch, aber jetzt nicht so gut, dass ich mal eben nach einem VIP-Ticket fragen könnte. Bernie allerdings schon und er meinte, das sei kein Problem, solange das nur für mich alleine gilt.

Alleine ein Festival zu besuchen ist zwar nicht unbedingt toll, allerdings kenne ich von meinen letzten beiden Besuchen 2010 und 2012 noch diverse Leute und es wird sich sicher nicht vermeiden lassen, dass man sich im Presse-Bereich mal über den Weg läuft.

Sollte es mit dem Ticket klappen, werde ich mir von Donnerstag Abend bis Sonntag Mittag ein Auto mieten, ins Holy Wacken Land fahren und hoffen, dass ich nicht, wie vor zwei Jahren, im Schlamm versinke. Das Lineup ist dieses Jahr für mich eher mäßig, richtige Highlights sind (außer Motörhead) nicht dabei, aber was solls, das wird eine günstige Angelegenheit.

Headliner am Donnerstag sind Accept, die gerade ihren dritten oder vierten Frühling feiern. Lustigerweise ist das die Band, die ich 1985 (glaube ich) bei meinem allerersten Metal-Konzert gesehen hab. Alleine deswegen möchte ich sie mir nochmal anschauen, obwohl das schon lange nicht mehr meine Musik ist.

Freitags wirds dann besser, auf jeden Fall anschauen werde ich mir Heaven Shall Burn, Motörhead und Slayer. Dummerweise spielen gleichzeitig mit Motörhead Carcass auf der kleinen Bühne, ich gebe natürlich Lemmy den Vorzug. Sollte ich nach Slayer noch fit sein, gibts King Diamond, wäre interessant zu sehen, ob der alte Sack den Falsettgesang noch genauso hinbekommt wie ihn den 80ern. Vreid mit einer Sondershow, bei der die Songs der Windir-DVD ‚Sognametal‘ gespielt werden, werde ich um 2:00h nachts wohl nicht mehr schaffen. Ich hab ein Video der gleichen Show vom Hellfest gesehen und was da gesangstechnisch geboten wurde (Valfars Bruder wechselt sich mit Vreids Sture am Mikrofon ab) war ziemlich unterirdisch, das haben die Songs nicht verdient.

Der Samstag wartet dann mit den meisten für mich interessanten Bands auf, da wären Prong, Sodom, Behemoth, Emperor (‚In The Nightside Eclipse‘ komplett mit Faust am Schlagzeug), Amon Amarth und Kreator. Dazwischen noch Megadeth, von denen mir allerdings überhaupt nichts nach ‚Peace Sells‘ gefällt. Ich werde trotzdem hingehen, alleine um mal das Wrack Dave Mustaine zu sehen. Sollte ich an Schlaflosigkeit leiden und (was noch unwahrscheinlicher ist) noch halbwegs nüchtern sein, kann ich mir um 2:15h nachts noch Koldbrann antun, aber ich schätze mal das wird nichts.

Ich hoffe, Bernie bekommt das mit dem Ticket hin, das wäre noch mal ein Highlight für diesen Sommer!

 

Urlaubsplanung Herbst 2014

Wie üblich fange ich sofort mit der Planung der nächsten Reise an. Ich werde im Oktober oder November unterwegs sein, diesmal nur drei Wochen, mehr bekomme ich nicht genehmigt.

Es stellen sich mehrere Optionen: Südostasien ist eine Möglichkeit, ich würde gerne nochmal nach Vietnam und dann auch noch Laos oder Kambodscha mitnehmen. Eine weitere Möglichkeit, auf die mich Daniel, den ich in Irland kennengelernt habe, gebracht hat, ist Japan. Die Flüge sind relativ günstig, mit etwas Glück unter 600,-€ ab und bis Berlin. Ich könnte ein paar Tage in Tokio verbringen und mir dann für 14 Tage einen RailPass kaufen, mit dem man sämtliche Shinkansen-Züge nutzen kann und herumfahren.

Seit ich letztes Jahr den Stand auf der ITB besucht habe, spukt noch ein weiteres Ziel in meinem Kopf rum, was mich nicht mehr loslässt, nämlich Nordkorea. Seit ein paar Jahren ist es möglich, an geführten Gruppenreisen dorthin teilzunehmen.

Alle Reisen nach Nordkorea starten und enden in Peking, Flüge dorthin gibts ab ca. 650,-€. Wäre also eine recht teure Angelegenheit, aber dafür könnte ich mir noch eine gute Woche lang Peking anschauen, was schon alleine eine ziemlich coole Sache ist.

Schwierige Entscheidung aber ich habe ja noch Zeit.